Geld im Alltag · Rechtsraum DE
Effektiver Jahreszins / PAngV
In Deutschland müssen Anbieter von Verbraucherdarlehen den effektiven Jahreszins angeben. Er hilft beim Vergleich — er ist keine Schulnote und keine Finmon-Empfehlung, welches Angebot du nehmen sollst.
Genauer erklärt
Nach § 16 PAngV sind im Effektivzins Sollzinsen und bestimmte bekannte Kosten einzubeziehen, etwa Vermittlungskosten. Nicht alles landet darin: Verzugskosten und viele optionale Restschuldversicherungen fehlen oft. Eine niedrigere Effektivzinsangabe bei viel längerer Laufzeit kann in Euro teurer sein. Vergleiche ähnliche Beträge und Laufzeiten, nicht die monatliche Rate allein.
Hintergrund
Die Formel steht in der Anlage zur PAngV (Barwertgleichheit von Auszahlungen und Rückzahlungen). Werbung mit Zinssätzen muss den Effektivzins mindestens so deutlich zeigen wie andere Zinsen und ein repräsentatives Beispiel nutzen (§ 17). Bei reinen Überziehungen ohne weitere Kosten tritt nach § 18 der Sollzinssatz an die Stelle. Finmons Kreditrechner kann Gebühren ausblenden — das Modell ist kein PAngV-Nachweis.
Ein Beispiel
Angebot A: 4,9 % effektiv, 36 Monate. Angebot B: 4,2 % effektiv, 84 Monate, gleicher Nettokredit. Der niedrigere Effektivzins sagt nicht, dass B in Euro weniger Zinsen kostet. PAngV hilft beim Vergleich, ersetzt ihn nicht.
Häufiges Missverständnis
Die kleinste Monatsrate oder der kleinste Effektivzins ist gesetzlich das beste Angebot.
Die deutsche PAngV macht den Effektivzins vergleichbar. Laufzeit und ausgeschlossene Kosten bleiben extra zu lesen. Finmon wählt nichts.
Quelle: PAngV § 16 · gesetze-im-internet.de. Version 0.2.0 · Nächste Prüfung 2027-03-08. Finmon erklärt, berät aber nicht. Keine Anlage-, Steuer- oder Rechtsberatung.